Dienstag, 5. Juli 2022

Künstliche Intelligenz und Bibliotheken: Zukunft der Informationsvermittlung

[Disclaimer: Dieser Text wurde von einer KI erstellt. Ich hatte sie gefragt, welche Rolle KI für Bibliotheken spielen könnte.]

Die klassische Buchform wird in Zukunft an Bedeutung verlieren. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschern der Universität von Toronto, die im Fachmagazin "Science" veröffentlicht wurde. Demnach werden Autoren in Zukunft nicht mehr gebraucht, da Künstliche Intelligenz in der Lage sein wird, aus einer Fülle von Informationen individuelle Texte zu erstellen. Bibliotheken werden sich demnach in Zukunft verändern müssen und können nicht mehr auf die klassische Buchform setzen. Dies wird zu einer Herausforderung für die Informationsvermittlung werden, da bisher ungekannte Formen der Autorschaft und des Wissens entstehen werden. Künstliche Intelligenz wird in Zukunft eine zentrale Rolle in Bibliotheken spielen und die Informationsvermittlung maßgeblich verändern.

1. Was ist künstliche Intelligenz und wie funktioniert sie

Die künstliche Intelligenz ist ein relativ neues Konzept, das seit den 1950er Jahren entwickelt wird. Aber was ist es genau? Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit von Maschinen, Probleme zu lösen, die normalerweise nur von Menschen gelöst werden können. Sie funktioniert dadurch, dass sie Daten analysiert und auswertet und so Schlussfolgerungen zieht. Das macht sie zum Beispiel in der Bilderkennung oder bei der Autofahrt möglich.

Im Prinzip ist künstliche Intelligenz nichts anderes als ein Computer, der mit sehr ausgefeilten Algorithmen arbeitet. Diese Algorithmen sind so komplex, dass sie von Menschen nicht mehr verstanden werden können. Künstliche Intelligenz ist also die Fähigkeit von Computern, Probleme zu lösen, die für uns Menschen zu komplex sind.

2. Wie können Bibliotheken von der künstlichen Intelligenz profitieren?

Bibliotheken sind Träger von Wissen und Kulturgütern. In ihnen werden Bücher und andere Informationsträger aufbewahrt, die für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Bibliotheken sind jedoch auch anfällig für technologische Veränderungen. So könnte die zunehmende Nutzung der künstlichen Intelligenz (KI) dazu führen, dass Bibliotheken ihre Nutzerorientierung ändern müssen. Bisher haben Bibliotheken vor allem darauf geachtet, Bücher und andere Informationsträger bereitzustellen. Durch die Nutzung der KI könnten Bibliotheken zukünftig vermehrt auf die Bereitstellung von digitalen Informationen setzen. Dies würde voraussetzen, dass Bibliotheken entsprechende technische Infrastrukturen bereitstellen.

Die künstliche Intelligenz wird in Zukunft eine zentrale Rolle in Bibliotheken spielen und die Informationsvermittlung maßgeblich verändern. Autoren werden durch KI ersetzt, sodass sich Bibliotheken neu orientieren müssen. Dies wird zu einer Herausforderung für die Informationsvermittlung, da bisher ungekannte Formen der Autorschaft und des Wissens entstehen werden.

Fazit

Künstliche Intelligenz ist ein noch relativ neues Konzept, das in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Bibliotheken sind aufgrund ihrer Funktion als Wissens- und Kulturträger besonders von der zunehmenden Nutzung der künstlichen Intelligenz betroffen. Dies wird zu einer Herausforderung für die Informationsvermittlung, da bisher ungekannte Formen der Autorschaft und des Wissens entstehen werden. Bibliotheken stehen vor der Aufgabe, ihre Nutzerorientierung anzupassen und neue Zielgruppen anzusprechen. Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, die Suche nach Büchern und Informationen zu vereinfachen und die Nutzerzufriedenheit zu steigern.


 

Montag, 4. Juli 2022

Rezensionen und ihre Rolle in der digitalen Welt

[Disclaimer: Dieser Text wurde in wenigen Minuten von einer KI verfasst. Die Vorgabe war, einen Blogbeitrag zu erstellen zu wissenschaftlichen Rezensionen im Internet. Genutzt wurde folgende KI: https://neuroflash.com/de/ ]

In der heutigen digitalen Welt spielt die wissenschaftliche Rezension eine immer wichtigere Rolle. Denn sie hilft uns, die Qualität von wissenschaftlichen Arbeiten zu beurteilen. Doch leider gibt es auch viele Nachteile, die mit der Veröffentlichung von Rezensionen verbunden sind. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die Vor- und Nachteile der wissenschaftlichen Rezension.

1. Rezensionen – Informationsquelle oder Plattform? 

Wissenschaftliche Rezensionen sind ein wichtiger Teil der digitalen Welt. Sie dienen als Informationsquelle für Forscher und interessierte Leser und bieten eine Plattform für die Diskussion wissenschaftlicher Themen. In letzter Zeit jedoch wird immer häufiger kritisiert, dass Rezensionen nicht immer objektiv sind und dass sie oft von Interessengruppen beeinflusst werden. In diesem Artikel sollen daher die Vor- und Nachteile von Rezensionen analysiert werden. Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, was Rezensionen eigentlich sind. Rezensionen sind Kommentare und Bewertungen zu wissenschaftlichen Artikeln, Büchern oder anderen Publikationen. Sie geben einen Überblick über den Inhalt einer Arbeit und bewerten, ob diese für die Leserschaft interessant und relevant ist. Rezensionen können sowohl positiv als auch negativ ausfallen. Ein großer Vorteil von Rezensionen ist, dass sie Forschern helfen können, sich einen Überblick über die neueste Forschung zu verschaffen und interessante Artikel für ihre eigene Arbeit zu finden. Oft ist es für Forscher nicht möglich, alle neu erschienen Artikel selbst zu lesen, daher sind Rezensionen eine wertvolle Informationsquelle. Zudem bietet die Möglichkeit, Kommentare und Bewertungen von anderen Wissenschaftlern zu lesen, eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen und neue Perspektiven kennenzulernen. Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte an Rezensionen. So können Rezensionen dazu führen, dass sich Forscher auf einem engen Feld bewegen und nur wenige neue Ideen entwickeln. Auch kann es vorkommen, dass Rezensionen Fehler enthalten oder nicht objektiv sind.

2. Die Rolle der Rezensionen in der digitalen Welt

In der Vergangenheit waren Rezensionen in der Regel in gedruckter Form verfügbar, aber dank der digitalen Revolution sind sie jetzt online verfügbar. Dies hat den Vorteil, dass Rezensionen leichter zugänglich sind und dass mehr Menschen auf sie zugreifen können. Rezensionen können von verschiedenen Personen geschrieben werden, zum Beispiel von Experten oder anderen Wissenschaftlern. Sie können auch von Laien geschrieben werden. Die Rolle der Rezension ist es, das Werk zu bewerten und zu beurteilen. Rezensionen sollten objektiv sein und eine klare Meinung über das Werk abgeben. In der digitalen Welt gibt es verschiedene Arten von Rezensionen. Die häufigste Art ist die Online-Rezension. Dies ist eine Rezension, die online verfügbar ist. Es gibt auch gedruckte Rezensionen, die online verfügbar sind. Andere Arten von Rezensionen umfassen Podcasts und Videos. Rezensionen spielen in der digitalen Welt eine sehr wichtige Rolle. Sie helfen Menschen dabei, die Qualität von wissenschaftlichen Arbeiten zu beurteilen. Darüber hinaus sind sie auch nützlich für Autoren, um herauszufinden, ob ihre Arbeit gut ist oder nicht. Rezensionen können auch dabei helfen, ein Werk bekannter zu machen. Eine gute Rezension sollte klar und präzise sein. Es ist wichtig, dass die Rezension eine Meinung über das Werk hat. Die Rezension sollte auch klar sagen, was das Werk gut und was das Werk schlecht macht. Eine gute Rezension ist auch objektiv. Das heißt, sie sollte nicht von den persönlichen Vorlieben des Rezensenten beeinflusst werden.

3. Kritische Würdigung von Rezensionen

Rezensionen sollten nicht nicht blind akzeptiert werden. Es ist wichtig, sie kritisch zu lesen und zu bewerten. Dies gilt insbesondere für Rezensionen, die in der digitalen Welt veröffentlicht werden. Die Verfügbarkeit von Rezensionsverfahren und -plattformen hat dazu geführt, dass immer mehr Rezensionen online verfügbar sind. Gleichzeitig ist es jedoch schwieriger geworden, die Qualität dieser Rezensionen zu beurteilen. Eine kritische Würdigung von Rezensionen erfordert ein Verständnis dafür, wie sie entstehen und funktionieren. Rezensionen können unter verschiedenen Gesichtspunkten bewertet werden. Zunächst sollte man sich fragen, ob die Rezension einen klar definierten Zweck hat. Jede Rezension sollte einen klar formulierten Aufgabenzweck haben. Darüber hinaus sollte die Rezension eine fundierte Begründung für ihre Aussagen liefern. Die Begründung sollte auf einer fundierten Analyse der Forschungsarbeit basieren und nicht auf persönlichen Vorlieben oder Meinungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Objektivität der Rezension. Eine objektive Rezension sollte sich ausschließlich auf die Forschungsarbeit selbst konzentrieren und nicht von persönlichen Meinungen oder Vorurteilen beeinflusst werden. Die Rezension sollte sachlich und sachkundig sein und eine genaue Wiedergabe der Arbeit liefern. Die Präsentation der Rezension ist ebenfalls von Bedeutung. Die Rezension sollte klar und verständlich geschrieben sein und die wesentlichen Punkte der Forschungsarbeit hervorheben. Sie sollte auch auf einem anerkannten wissenschaftlichen Niveau geschrieben sein und alle notwendigen Formalien beachten.

Fazit

Die wissenschaftliche Rezension ist ein unverzichtbares Werkzeug, um die Wissenschaft voranzutreiben. Rezensionen helfen den Autoren, ihre Arbeiten zu verbessern und neue Perspektiven zu entwickeln. Sie bieten den Lesern einen Einblick in die neuesten Forschungsarbeiten und ermöglichen es ihnen, sich eine eigene Meinung zu bilden. In der digitalen Welt spielen Rezensionen eine immer wichtigere Rolle, da sie die Wissenschaftler über die Grenzen ihrer Disziplinen hinaus vernetzen.

Sonntag, 3. Juli 2022

Argumente finden mit einer KI

Ich habe eine KI gebeten, mir ein paar Argumente zu der Frage, warum Bibliotheksrecht wichtig ist, zu liefern. Nach 1 Minute hatte ich die unten stehenden Texte.

"Bibliotheksrecht ist ein wichtiges Thema, weil es die Rechte von Bibliotheken reguliert. Dies ist wichtig, weil Bibliotheken einen wesentlichen Teil der Informationsinfrastruktur darstellen. Bibliotheken sind Orte, an denen Menschen Zugang zu wichtigen Informationen haben. Ohne die Rechte von Bibliotheken geregelt zu haben, würden sie nicht in der Lage sein, ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft zu spielen.

1) Die Bibliothek ist ein Ort, an dem Menschen Informationen suchen und finden können. 

2) Die Bibliothek ist ein wichtiger Teil der Informationsinfrastruktur in einer Gesellschaft. 

3) Die Bibliothek hat eine lange Tradition und ist ein wichtiges Kulturerbe. 

4) In der Bibliothek wird Wissen gesammelt, bewahrt und weitergegeben. 

5) Die Bibliotheken sind für die Forschung unersetzlich. 

Argumente dagegen: 

1) Das Internet ist heutzutage viel wichtiger als die Bibliothek als Informationsquelle. 

 2) Viele Leute nutzen gar nicht mehr die Bibliothek, weil alles online verfügbar ist. 

 3) Das Urheberrecht schränkt die Nutzung von Informationen in der Bibliothek ein. 

 4.) Der Datenschutz in der Bibliothek ist oft nicht ausreichend. 

 5.) Es gibt zu viele Regeln in der Bibliothek, so dass man sich oft nicht richtig frei entfalten kann.

Bibliotheksrecht ist wichtig, weil es ein Rechtsgebiet ist, das sich mit der Regulierung von Bibliotheken und deren Aktivitäten befasst. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum sich Menschen für dieses Rechtsgebiet interessieren könnten. Zum einen kann es für Bibliothekarinnen und Bibliothekare hilfreich sein, das Bibliotheksrecht zu kennen, um ihre Arbeit besser zu verstehen und zu verrichten. Zum anderen kann es auch für die Nutzerinnen und Nutzer von Bibliotheken nützlich sein, das Bibliotheksrecht zu kennen, um ihre Rechte besser zu verstehen." 

Freitag, 14. Januar 2022

Hans Ulrich Gumbrecht zur Krise der Geisteswissenschaften

Der in Stanford lehrende Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht hat am 11. Mai 2015 im Rahmen der HRK-Jahresversammlung einen viel beachteten Festvortrag über das Thema "Die ewige Krise der Geisteswissenschaften - und wo ist ein Ende in Sicht?" gehalten.

Der Vortrag ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum einen zeigt er eine gewisse Aussensicht auf das manchmal sehr deutsche Phänomen der "Geisteswissenschaften", zum anderen vertritt er einige provokante Thesen über den zukünftigen Ort und die zukünftige Rolle der "Humanities" an den Hochschulen.

Gumbrecht beginnt seinen Vortrag recht provokant. Er widerspricht er prominenten Behauptung des Philosophen Odo Marquardt, wonach die Geisteswissenschaften "je moderner die moderne Welt wird, desto unvermeidlicher werden". Im Gegenteil: Gumbrecht hält sie für recht unerheblich und behauptet, dass das "gebildte Zehntel" der Weltbevölkerung ein plötzliches Verschwinden der Geisteswissenschaften gar nicht bemerken würde.

Unvermeidlich seien Geisteswissenschaften auch insoweit nicht, als die Studierendenzahlen in den Humanities weltweit rückläufig seien. "Man mag sagen wollen, dies sei unverdient, aber auch ein 'unverdienter' Untergang widerspräche der so beliebten These von der 'Unvermeidlichkeit'.“

Für Deutschland stellt Gumbrecht kurz fest, "dass die hohen Investitionen der Exzellenzinitiative weder das Prestige noch die Rankings der deutschen Geisteswissenschaften in irgendeiner Weise verbessert haben." Ja, das kann man vielleicht so sagen, wenn man an Rankings glaubt und auch daran glaubt, dass geisteswissenschaftliche Ergebnisse in relativ kurzen Zeiträumen rezipiert werden und Effekte haben. 

Gumbrecht wird dann wohlig apokalyptisch, hält das Ende der Geisteswissenschaften für nah und plädiert für eine Selbstsubstituierung. Soweit die Einleitung.

Anschließend untermauert er seine düsteren Thesen in fünf Schritten. Er stellt zunächst die Situation in Stanford dar. Dann erhellt er die geschichtliche Situation der Geisteswissenschaften, ihre Entstehung und das heutige Wegfallen ihres ursprünglichen Gründungsimpulses. Im dritten Teil beschreibt er die (um 2015) gegenwärtige Situation Universitäten in globaler Perspektive, die ja das bevorzugtes Biotop der Humanities sind. Im vierten Teil entwickelt er einen normativen Begriff der Geisteswissenschaften, um im fünften Teil mit einigen "provokanten" Vorschlägen für ihre erfolgreiche Selbstsubstituierung zu schließen.

I. Die Humanities in Stanford

Es gehört zur Tradition der amerikanischen College-Ausbildung, dass über alle Fächer hinweg die Studierenden zu Beginn ihrer Studienzeit mit  einem Kanon von etwa 20 "great works" der Literatur und Philosophie bekannt gemacht werden. Dieses seit etwa 1912 bestehende "Rückgrat der Geisteswissenschaften in der College-Ausbildung" wurde in Stanford gestrichen und durch eine von den einzelnen Departments individuell verantwortete Veranstaltung "thinking matters" ersetzt. 

Gumbrecht konstatiert, dass immer weniger Studierende einen Major in den Geisteswissenschaften machen wollen, gleichwohl intellektuell leidenschaftlicher und interessierter geworden seien. Seiner Universität, die in den Rankings (naja ...) in den Humanities eine Spitzenstellung einnimmt, attestiert Gumbrecht eine große Offenheit für diese Fächer. Sehr amerikanisch breitbeinig zitiert er seinen Universitätspräsidenten John Hennessy: "Everything that you Humanities professors can imagine is financially peanuts for us".

Zugleich stellt er fest, "dass auch in Stanford nicht klar wird, was heute – überzeugenderweise – mit der Tradition der Geisteswissenschaften anzufangen ist". Womit Gumbrecht zum zweiten Teil seines Vortrages überleitet.

II. Die Geisteswissenschaften und ihr Weltbild (der "Theorieteil")

Nach Gumbrecht sind die Geisteswissenschaften eine akademische Institution, die es in dieser Form seit dem frühen 19. Jahrhundert gibt. Sie wurzeln in einem Weltbild, dass die Welt immer als ein Form von "Geschichte" beschreibt. Wurde in der Aufklärung die Realität eher in unmittelbarer Wahrnehmung gesehen, so wird sie jetzt als Narration beschrieben, als Geschichte und historische Entwicklung erzählt. 

Daraus entwickelte sich ein "historisches Weltbild", in dem man in der Gegenwart Handlungsmöglichkeiten für eine grundsätzlich offene Zukunft vor dem Hintergrund von Erfahrungen der Vergangenheit auswählt. In dieser Situation wurden die Geisteswissenschaften zu einer Art Theologie ihres Zeitalters (Wolfgang Iser), mit Kultur und Literatur als Religionsersatz und Sinnressource. 

Heute betrachten wir nach Ansicht Gumbrechts mentalitätsgeschichtlich (sic!) die Zukunft anders. Sie ist nicht mehr so offen und vollständig einem geschichtlichen Wandel unterworfen. Sie wird vielmehr durch etliche, unausweichliche Gefahren wie Klimawandel und dergleichen geprägt. Der aus der Vergangenheit kommende Handlungsfaden lässt sich nicht mehr so einfach in eine offene Zukunft hinein fortsetzen.

Damit unterscheidet sich das historische Weltbild, dass die Entstehungsprämisse der Geisteswissenschaften war, von unserem aktuellen Weltbild. Und das wirkt auf die Plausibilität und auch die Relevanz des geisteswissenschaftlichen Projekts insgesamt zurück.

Im Rahmen dieser Thesen geht Gumbrecht auch auf einige historische Positionen und Arbeitsweisen der Geisteswissenschaft ein. So bezeichnet er den permanenten Krisendiskurs der Geisteswissenschaften als eine Überlebensstrategie in einer gesellschaftlichen Situation der Skepsis. Er geht auf ihre "ideologischen Dienstleistungen" vor allem in der Zwischenkriegszeit ein, sieht eine "quietistische Haltung" in der Nachkriegszeit mit einer produktiven Konzentration auf Texte und spricht die darauf folgende "Theorie-Explosion" an, die merkwürdigerweise seit den 90er Jahren praktisch zum Erliegen gekommen ist. Etwas schelmisch merkt er an, dass offenbar dies mal wieder Ausdruck einer Krise sei, doch scheint eine neuerliche Berufung auf eine weitere Krise der Geisteswissenschaften als Überlebensstrategie nicht mehr so recht zu funktionieren.

Gumbrecht belässt es bei diesen skizzenhaften, für die Zwecke einer Festrede schon reichlich herausfordernden und angesichts eines Publikums, das sich aus allen akademischen Disziplinen zusammensetzt, auch reichlich voraussetzungsreichen Gedanken und wendet sich nun, wieder konkreter werdend, der gegenwärtigen Situation der Geisteswissenschaften und der Universitäten zu.

III. Die gegenwärtige Universität und die Geisteswissenschaften

Gumbrecht stellt zunächst fest, dass die Universität - global gesehen - als ein Ort der Berufsausbildung angesehen wird, verbunden mit einer fortgesetzten sozialen Öffnung. In ihrer überkommenen Gestalt werden sie damit offenbar überflüssig, jedenfalls fragwürdig: "Die neue Möglichkeit, die Universität synonym zu setzen mit Berufsausbildung, wird verstärkt durch die elektronischen Technologien. Sehr viel von dem, was als 'Berufsausbildung' gilt, kann heute elektronisch – und also auf sehr kostensparende Weise – verabreicht werden."

Kritisch sieht er zudem eine Tendenz, Forschung und Lehre zu entkoppeln und die Befreiung von Lehrverpflichtungen gleichsam als "Privileg" zu betrachten und als "Bonus" für exzellente Forschungsleistungen zu verstehen.

Nach diesen Eingangsbemerkungen stellt Gumbrecht einige Merkmale besonders erfolgreicher Universitäten heraus, nämlich:

1. Diese Universitäten haben die Freiheit, ein eigenes Profil zu entwickeln.

2. Diese Universitäten suchen sich ihre Studierenden und Lehrenden "nach ausschließlich intellektuellen Kriterien" aus.

3. Diese Universitäten finden sich meist in kleineren Städten (das gilt vor allem für die in Rankings am meisten aufgestiegenen Universitäten).

4. Diese Universitäten pflegen eine Campus-Idee "im Sinne von Präsenz anstatt eines downloading auf die elektronische Kommunikation, an deren logischem Ende die Aufhebung der Präsenzpflicht steht".

5. Diese Universitäten haben die Struktur einer Technischen Universität, sind also auf Naturwissenschaften, Technikwissenschaften oder auf Wirtschaftswissenschaften fokussiert, "aber mit einer kleinen, in ihrer Qualität sehr hohen geisteswissenschaftlichen Fakultät".  

Das also ist das Umfeld, in dem die traditionellen Geisteswissenschaften sich heute als universitäre Veranstaltung zu bewähren haben.

IV. Was sollen Geisteswissenschaften heute leisten?

Gumbrecht sieht der Rolle der Humanities gerade an den technisch geprägten, also den erfolgreichen Universitäten darin, Komplexität zu erzeugen: "Durch die Gegenwart der Geisteswissenschaften werden der Fortschrittsglaube ebenso wie der Ewigkeitsglaube der Naturwissenschaften, der Ingenieurwissenschaften komplexer."

Hier zitiert er wieder John Hennessy: "The Humanities produce the intellectual ring, the intellectual buzz of the universities". Oder anders formuliert: "Universities would not be intellectual places without the Humanities."

Gumbrecht geht anschließend, was bei einer Festrede über Geisteswissenschaften an der Universität ja fast unvermeidlich ist, auf Wilhelm von Humboldts berühmtes Memorandum zur Gründung einer Universität zu Berlin von 1809/10 ein, das er bei aller Zeitgebundenheit immer noch sehr inspirierend findet. Nach Humboldt soll die Universität ein "Ort geistiger Innovation" sein. Für die Finanzierung bedeutet dies: "der Staat habe die Verpflichtung, die Universitäten zu alimentieren ..., ohne dass es im Interesse des Staates liegen könne, der Universität Vorschriften zu machen. Denn in dem Moment, wo der Staat beginnt zu sagen, was geforscht und herausgefunden werden soll, ist das Wissen, das produziert wird, ja bereits ein vorweggenommenes Wissen". Für das Mindset der Universität folgt daraus, dass Innovation nur aus einer besonderen Form von Enthusiasmus der Studierenden und der Professorinnen und Professoren gemeinsam entstehen kann. 

Daraus zieht Gumbrecht an Schluss, "dass die Universität kein Ort geistiger Innovation sein kann, wenn sie Lehre und Forschung auf Distanz setzt, wenn die besten und qualifiziertesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer mehr in Sonderforschungsbereichen, in Max-Planck-Instituten, Käte-Hamburger-Instituten arbeiten".

Damit kommt Gumbrecht wieder zu seiner zentralen These, dass die Funktion der Geisteswissenschaften an einer erfolgreichen Universität darin besteht, Fragen aufzuwerfen und den Blick auf die Welt komplexer und komplizierter zu machen. Um Lösungen für irgendwelche Probleme, wie von ihnen ja oft gefordert wird, geht es dabei überhaupt nicht.

V. Einige Vorschläge zur Selbstsubstitution der Geisteswissenschaften

Im letzten Teil seiner Festrede wird Gumbrecht konkret und macht einige Vorschläge für die von ihm geforderte sinnvolle Selbstsubstitution der Geisteswissenschaften angesichts ihrer gegenwärtigen Krise.

Geisteswissenschaften sollen nicht primär in der Funktion als berufsausbildende Fächer gelehrt werden. Er wirbt für eine College-Idee, aufgrund derer Studierende aller Fächer mit geisteswissenschaftlichen Themen und Fragestellungen im Sinne einer intellektuellen Herausforderung in Berührung kommen sollen. "Das wäre kein geisteswissenschaftliches Fachstudium, sondern eine Erinnerung an den Horizont der Bildung als positive Geste einer Selbstsubstitution".

Geisteswissenschaften betreiben keine Forschung im Sinne der Naturwissenschaften: "Was wir Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler wirklich tun, wenn wir nicht lehren und wenn wir unsere Lehre vorbereiten, das wäre wohl besser beschrieben mit einem Begriff, der starke theologische, ja religiöse Konnotationen hat, die ich jetzt aber einklammern möchte – nämlich mit dem Begriff der Kontemplation". Dabei geht es um die absolute Konzentration auf einen bestimmten Gegenstand - was gelehrt und trainiert werden muss! Zur Kontemplation gehört auch die Reiteration, und genau dadurch wird die Sicht auf die Welt und die Dinge komplexer, worin ja nach Gumbrecht die besondere Leistung und Funktion der Geisteswissenschaften liegen soll.

Geisteswissenschaften kann man nur in Verbindung mit lebendiger Lehre erfolgreich betreiben. Eine dauerhafte Distanz von Studierenden sei schädlich für geisteswissenschaftliches Denken und Arbeiten.

Geisteswissenschaften sollten weniger kritisch und analytisch vorgehen, sondern gerade in der Lehre mehr "deiktisch" sein und Begeisterung für den Gegenstand vermitteln. 

Schließlich wirbt Gumbrecht dafür, "den geheimen Status der Geisteswissenschaften als einen Ort des akkumulierten Ressentiments aufzuheben. Vielleicht hat jene beständige Verpflichtung zum Kritisch-Sein dazu geführt, dass die Geisteswissenschaften manchmal zu einem Sumpf werden, aus dem nichts als Verschwörungstheorien hervorgehen ..."

Er beendet seinen Vortrag mit einer bösen Breitseite gegen teuer institutionalisierte Exzellenzforschung: "viel billiger als Sonderforschungsbereiche oder Max-Planck-Institute käme, wenn Sie einige hochqualifizierte Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler einfach daran erinnern, wieder einmal ein Seminar für kleine Gruppen zu lehren. Kleinere Gruppen von Studierenden – das ist ja nicht nur eine bedrohende Zukunftsvision". 

Fazit

Gumbrechts Vortrag ist sehr anregend. Man muss ihm nicht in allen Punkten zustimmen. Aber sein Plädoyer, die Humanities in ihrer Eigenart und nicht nach dem Modell von forschenden Naturwissenschaften zu denken und sie auch als akademische Lebensform wieder mehr kultivieren, hat etwas. Man könnte hier noch etwas weiter fragen, ob dafür einzig und allein die Universität ein angemessener Ort ist oder ob nicht auch und gerade die digitalen Möglichkeiten, die Gumbrecht eher als billige Substitution von Funktionslehre sieht, neue Orte und Situationen geisteswissenschaftlichen Enthusiasmus und geisteswissenschaftlicher Kontemplation entstehen lassen. Das wäre auch nicht ohne historisches Vorbild.  Humanisten wie Erasmus von Rotterdam, die ihr intellektuelles Leben im Kontext neuer medialer Möglichkeiten (Buchdruck!) entfaltet haben, könnte man hier nennen. Für diese Art der Humanities wäre weniger das 19. Jahrhundert, sondern mehr die Renaissance Vorbild und Anregung. 

Video-Hinweis

Wer in kurzer Form Gumbrechts Thesen von ihm selbst vorgetragen hören und sehen möchte, dem sei ein kurzes Video aus Anlass seiner Ehrenpromotion an der Leuphana 2017 empfohlen:

https://www.youtube.com/watch?v=yZex0Pfh-do




Donnerstag, 13. Januar 2022

Xenophon Anabasis als Hörbuch

Bei Librivox gibt es eine sehr schöne Komplett-Lesung von Xenophons Anabasis auf Griechisch:

https://librivox.org/anabasis-by-xenophon/

Die Lesung dauert gut 12 Stunden. Der Leser ist offenbar ein Grieche, der aber sehr klar und verständlich spricht.

Mittwoch, 12. Januar 2022

Twitter-Diät

Er scheint mittlerweile etwas aus der Mode gekommen zu sein, der Begriff "Microblogging" für die Nutzung von Twitter. Als Ausdruck suggeriert er einen irgendwie in sich geschlossenen und sinnvollen Diskursbeitrag, der über einen Social-Media-Dienst verbreitet wird und zugleich als Einladung zur Diskussion verstanden werden kann, die unmittelbar im Anschluss an den publizierten Tweet stattfinden kann.

Die Idee ist interessant. Aber die sozialen Medien haben sich mittlerweile eher in eine andere Richtung entwickelt. Sie sind immer öfter boulevardeske Massenmedien des Ressentiments geworden. Dass ihre Nutzung sehr viel Aufmerksamkeit kostet, kommt hinzu. 

Twitter wirkt oft wie Junk-Food. Man fühlt sich total informiert, bekommt aber in fünf Minuten mehr Anregungen und Lesehinweise, als man in fünf Tagen sinnvoll verarbeiten kann. Am Ende nimmt nur die verbrauchte Zeit zu - und der Frust, dass man viel zu vieles, was man hätte lesen müssen, nicht gelesen hat und vermutlich auch niemals lesen wird, weil inzwischen wieder weitere tolle und interessante Dinge aufgeploppt sind, die man ja unbedingt lesen muss ...

Ich werde daher mal etwas Twitter-Diät machen - und einfach nicht mehr reingucken. In der dadurch eingesparten Zeit werde ich ein paar sinnvolle Bücher und Aufsätze lesen, schreiben, nachdenken. Keine schlechte Perspektive! :)

Montag, 27. Dezember 2021

Sherlock Holmes

"His studies are very desultory and eccentric, but he has amassed a lot of out-of-the-way knowledge which would astonish his professors."
A Study in Scarlet